Ingolstädter Fußballerinnen lassen die Hüllen fallen:
Der Kalender "Soccerladies"
Anja Witzke
Ingolstadt (aw) Vor wenigen Jahren haben Nigel Coles unerschrockene "Kalender Girls" im Kino für Furore gesorgt. Der Film erzählte - nach einer wahren Begebenheit - von gestandenen Damen aus Yorkshire, die sich für einen guten Zweck nackt ablichten lassen im alljährlichen Kalender des lokalen Frauenvereins. Vielleicht hat dieser Film ja auch die Frauen-Fußballmannschaft des TSV Ober-Unterhaunstadt inspiriert.
Im Weltmeisterschaftsjahr wollten die Kickerinnen, die in der Bezirksoberliga spielen, ein bisschen Werbung machen für ihren Sport. Mit einem Kalender voller Ingolstadt- Motive - und ästhetischen, erotischen und zugleich familientauglichen Schwarz- Weiß-Fotos.
Fotograf Ritchie Herbert erinnert sich an die Anfänge. Die ersten Gespräche mit den Sportlerinnen, die Entscheidung gegen Studioaufnahmen, die Suche nach Plätzen und Motiven, die Frage nach Genehmigungen. Professionelle Bedingungen forderte der Fotograf ein. Make-up, Outfit, Frisuren. Gerade weil die Fußballfrauen keine Model- Profis sind, sollte alles perfekt passen.
Fotografiert wurde etwa in der Dämmerung über den Dächern von Ingolstadt, im Museum für Konkrete Kunst, im FOC und im Armeemuseum. Ein Motiv zeigt Sabrina im Kettenhemd vor den Rüstungen der Pappenheimer. Museumsleiter Ernst Aichner ließ sich darauf ein: "Schließlich gibt es in der Kunstgeschichte eine alte Verbindung zwischen Mars und Venus", sagt er. Und das Ergebnis? "Die Aufnahme ist hübsch" und dient außerdem einem guten Zweck: Alle haben ehrenamtlich gearbeitet - und der Erlös aus dem Verkauf der Kalender kommt dem Frauenhaus Ingolstadt zugute.
Manche Motive schlugen die Models selbst vor. Für Silke Bauer etwa kam als waschechte Ingolstädterin nur das Wahrzeichen infrage: das Kreuztor. Hier posierte die Verteidigerin des TSV um 5 Uhr früh im Negligé. Ritchie Herbert erzählt lachend von dem Taxifahrer, der ungläubig gleich vier Mal am Set vorbeifuhr. Oder vom Shooting auf der Donaubrücke mit Kristin und den zwei französischen Bulldoggen. Da gab es frühmorgens staunende Blicke von älteren Damen aus einem Kaffeefahrt- Bus. Oder an die Aufnahmen im Klenzepark mit der im Brunnen plantschenden Ute. Ihre Fotos im Waschtrog waren eigentlich schon im Kasten, als ein Sturm aufzog - und mit ihm das bessere Motiv samt dicken Regentropfen, die sich über Ute ergossen. "Besser hätte man das gar nicht planen können", sagt Ritchie Herbert. "So hat eben jedes Foto seine eigene Geschichte."
Der Kalender (Auflage: 1000 Stück) in der Größe 60x30 Zentimeter ist ab sofort zum Preis von 11,90 Euro zzgl. Versandgebühren über
den Lesershop des "Donaukurier" und in der DK-Geschäftsstelle in der Mauthstraße in Ingolstadt erhältlich. Der Erlös kommt dem Frauenhaus Ingolstadt zugute.
Hier geht es direkt zum Online-Shop!